MAX DUDLER

02. Schlossgespräch am 20.03.2021 – Max Dudler

Thema: „Über Ruinen“                                                                                                                        

Max Dudler orientiert sich an Baumeistern wie Karl Friedrich Schinkel und dessen reduzierter Ästhetik des Klassizismus, an Adolf Loos, dem jedes Ornament als Verbrechen galt, und natürlich an Ludwig Mies van der Rohe, dem Prediger des less is more. 

Was der Sohn eines Steinmetzes ererbt von seinen architektonischen Vätern, das transformiert er in eine zeitlose Modernität, die auch das fröhliches Credo der Urbanität verkündet. Eine seiner Leitideen lautet: „Weiterbauen heißt nicht nur, die Geschichte wieder aufzunehmen, sondern sie mit einem Ausdruck unserer Zeit zu verbinden.“

Bereits die Wahl des Hauses, in dem sich sein Berliner Atelier befindet, ist bezeichnend für Max Dudler: Max Taut hat es einst entworfen, lange Jahre fungierte es als Kaufhaus, und nun sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gebürtigen Schweizers hier damit beschäftigt, die Architektur der Vergangenheit zu analysieren und sie mit zeitgemäßen Mitteln für die Gegenwart zu ertüchtigen und zukunftsfähig zu machen.

Dudlers Geschichtsbewusstsein zeigt sich nicht nur am Oranienplatz, nicht nur in den Gebäuden, die er plant und realisiert, es artikuliert sich auch in seinen theoretischen Äußerungen, in denen ebenfalls ,,Kontinuität“ und „Transformation“ die Hauptrolle spielen.